SOMMELIER MAGAZIN: „Alleskönner“

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Von Christoph Nicklas

Die Bezeichnung „Land der tausend Hügel“ ist nicht neu. Dass Rheinhessens junge Winzer geschickt auf einer weiten Sorten- und Stilklaviatur spielen, hat sich indes noch längst nicht überall herumgesprochen. Eine Rebsorten-Tour durch die Region.

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„Im kühlen Norden Rheinhessens hat sich das Weingut Braunewell (Essenheim) zur Top-Adresse für handwerkliche, hochklassige Weine speziell aus den Burgundersorten gemausert. Grau- und Weißburgunder, Spätburgunder und Chardonnay sind auf über 50 Prozent der rund 20 Hektar Rebfläche vertreten und übersteigen somit den Riesling-Anteil deutlich – was im Selztal mit seinen kalk- und eisenhaltigen Böden absolut sinnvoll erscheint.
Stefan Braunewell schildert sehr prägnant, welchen Einfluss die Gegebenheiten auf seine Weine haben: „Späte Lese, lange Zeit der Trauben am Stock, intensive Aromatik, schmackbare Säure, Eleganz und Finesse im Geschmack. Die Weine dürfen nie fett und plump werden.“
Anhand seiner Grauburgunder wird schnell deutlich, was Braunewell meint: Der 2014er Gutswein hat saftige Kern- und Steinobstaromen und eine Stoffigkeit ohne Schwere, die ihn als Begleiter am Tisch gut einsetzbar machen. „Der läuft sowohl in der Weinstube in Essenheim als auch im Sternelokal“, freut sich Stefan, der ältere der Braunewell-Brüder.
In Sachen Komplexität rangiert der Essenheimer Grauburgunder vom Kalkmergel (Spontangärung im alten Stückfass und älteren Weißweinbarriques, anschließendes Hefelager bis März) ein ordentliches Stück darüber: neues Holz trifft reife gelbe Frucht und helle kalkige Mineralität, ein langlebiger Wein mit viel Grip.
Und Braunewells Lagen-Grauburgunder aus dem Teufelspfad krönt die Kollektion mit etwas mehr Körper und Röstigkeit (Spontangärung und Ausbau im dreijährigen 300-Liter-Barrique), kandierter gelb-exotischer Frucht, Kräuterwürze und Mineralität.
Am Rande bemerkt: Sekt, Spätburgunder und Orange Wine können die Braunewells übrigens auch. „

Christoph Nicklas, Meiningers Sommelier Magazin 2/2015

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